Markt Schwaben (lan) -
Namen sind wichtige Erkennungszeichen. Und noch einprägsamer ist ein Kürzel.
Das hat erst kürzlich der Streit um die Girlie-Band "Tic Tag Toe" mit einer
Werbeagentur gleichen Namens gezeigt. Wenn dann auch noch politische Parteien
im Spiel sind, kann die Sache ziemlich schwierig werden. So etwas deutet sich
derzeit in Markt Schwaben an. Dort gibt es einen Autoteiler-Verein. Ziel derartiger
Zusammenschlüsse ist, daß sich mehrere Personen ein Auto teilen, der Umwelt und
auch dem eigenen Geldbeutel zuliebe. Vorsitzender des Vereins dessen Vorläufer
schon seit rund fünf Jahren erfolgreich arbeitet. ist Martin Unger, Rechtsanwalt und
für die Grünen im Marktgemeinderat. Der Verein begreift sich als überparteilich.
Problematisch wird die Sache aber dadurch, daß der Name dieses Vereins, der
offenbar noch nicht ins Register eingetragen wurde "Car Sharing-Union" lautet,
abgekürzt C.S.U.
Da gibt es aber auch schon seit einigen Jahren nicht nur in Bayern, sondern auch in
Markt Schwaben die Christlich Soziale Union. abgekürzt: CSU. Dort ist man natürlich
nicht sehr erfreut über den Namenspartner, auch wenn dieser zwischen die
Abkürzugs-Buchstaben Punkte setzt, um den Unterschied deutlich zu machen.
In derartigen Namensfragen, siehe "Tic Tac Toe", wird üblicherweise ein
Rechtsanwalt eingeschaltet. Und das ist auch in Markt Schwaben der Fall. Nach
Informationen der Ebersberger Zeitung heißt es in einem Schreiben an die Car-
Sharer, die CSU würde eine verwirrende Namensgebung C.S.U. nicht dulden.
Zusätzlich werden die Autoteiler aufgefordert, eine Unterlassungserklärung zu
unterzeichnen. Und wie das dann im deutschen Recht so ist, soll bei
Zuwiderhandlung eine Vertragsstrafe von über 10 000 Mark bezahlt werden. Zudem
müssen natürlich die Kosten der Rechtsanwälte bezahlt werden. Auch eine Frist
wurde gesetzt.
Bei den Autoteilern sind natürlich jetzt Reaktionen gefragt. Da gäbe es natürlich
zunächst. die formale Ebene. Zu prüfen wäre beispielsweise ob die Abkürzung CSU
auch Teil des Parteinamens ist. und natürlich müßten bei der "Car-Sharing-Union"
zunächst auch noch die Mitglieder über eine etwaige Namensänderung beraten und
abstimmen.
Da der Verein sich aber offen für alle Markt Schwabener zeigt, steht nicht zu
befürchten, daß CSU-Mitglieder nicht auch dem Verein C.S.U beitreten können -
natürlich auch unabhängig davon, wie die Car-Sharer einmal heißen mögen.